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5 Youngtimer zum Pendeln

Pendeln in Asien

Wer kennt Sie nicht, die vollen Autobahnen Morgens und Abends, gepackt mit Vetreterkombis, LKWs, Lieferwagen und Leasing Bombern der neuesten Generation. Seit neuestem auch noch Effizienz Wunder mit Elektroantrieb, welche gefühlt jedoch ab 90 km/h einen Stein unter dem Gaspedal haben. Der Effizienz wegen, Reichweite, ich weiß, und NEIN ich finde Elektroautos tatsächlich gut aber das soll hier heute nicht das Thema sein. Ein Youngtimer zum Pendeln ist vielmehr der Schwerpunkt. Getreu dem Motto: “ Der Beweis das früher doch alles besser war“. Es gibt etliche Youngtimer die vorzüglich den Weg zur Arbeit und zurück bewältigen und dabei noch Spaß und teilweise den ein oder anderen Daumen nach oben hervorbringen. Hier meine Top 5 Youngtimer zum Pendeln.

Am Anfang gilt es jedoch zu definieren was einen perfekten „Pendel Youngtimer“ für die täglichen 50 km zum Büro und zurück ausmacht.

Pendel Checklist

  1. Hubraum ist gut, mehr Hubraum immer besser:)

    Die Autobahn ist dafür gemacht mit niedrigen Touren dahinzugleiten. Mehr Hubraum hilft hier und verbraucht lustigerweise auch nicht mehr. Experten mögen doch bitte mal ihre TSI Luftpumpen mit großzügigen 1.2 Liter Turbo Motor auf der Autobahn mit einem 3 Liter Saugrohreinspritzer verglichen. Nein ich rede hier nicht vom Testzyklus im Prospekt sondern vom Realverbrauch bei 120 km/h. Wie ein Wunder liegt dieser oft auf selben oder minimal höheren Niveau beim 3 Liter.

  2. Diesel ist das Maß aller Dinge, wirklich?

    Der Wirkungsgrad eines Diesels ist natürlich besser und in früherer Zeit konnte man auch immer davon ausgehen dass ein Diesel immer wenig verbraucht. Ich erinnere mich noch an die geilen Pumpe Düse Motoren von VAG mit 1.9 TDI, cooler Drehmomentkurve und einem Verbrauch der jedem Tankstellenbesitzer die Tränen in die Augen trieb. 15 Jahre später müssen die Diesel allerlei Abgasnachbehandlungen durchführen und verbrauchen dadurch gefühlt nicht mehr ganz so wenig, sind technisch wesentlich komplexer (Stichwort Inspektionskosten) und müssen im Zweifel auch noch ständig Add Blue nachkippen. Im Youngtimer Segment geht beides Benziner oder Diesel.

  3. Automatik! Ja wirklich es gibt keine Alternative

    Was die Automatik im Berufsverkehr, ist der FC Bayern im CL Finale. Richtig der Gewinner. Gerade bei stop und go und gefühltem 30mal ein- und auskuppeln freut sich jeder über eine automatische Betätigung. Der Spritverbrauch ist dabei, gerade bei neueren Modellen, zu vernachlässigen oder als Komfortmerkmal einzupreisen.

  4. Spritverbrauch – der heilige Gral

    Bestimmt kennt ihr dass, man unterhält sich im Familienkreis über die Verbrauche und es schwirren plötzlich Zahlen von 4,6; 4,8; 5,3 oder sogar 6,5 Liter im Raum. Interessanterweise sind das nach Rückfrage meistens Verbrauche die bei 10 prozentigem Gefälle und absoluten Idealbedingungen gemessen wurden. Ich stelle diesen Fakten gern folgendes gegenüber: Mein V8 braucht 10 Liter auf der Autobahn, hat unter 10.000 € in der Anschaffung gekostet und wird auch nach Instandhaltung und Unterhalt noch um einiges günstiger im Jahr sein. Wertverlust ist bei geeigneten Modell und moderater Kilometerleistung ebenfalls ein gutes Argument. Für Experten: Legt mal eine Excel Liste an und geht von 5 versus 10 Liter Verbrauch auf ein Jahr gerechnet (20.000 km) aus. Die Differenz ist manchmal kleiner als der Kaufpreis des neuen Apple Iphone.

  5. Kampf dem Rost

    Sucht man einem Youngtimer zum Pendeln sollte man auf vollverzinktes Material oder zu mindestens nicht dafür bekannte Automarken (nein ich spreche nicht von Opel) zurückgreifen. Man muss natürlich auch immer den Kaufpreis und Betrachtungszeitpunkt berücksichtigen. Clever gekauft, hält der ein oder andere Youngtimer bis zum nächsten TÜV. Wechselt man aller 2 Jahre verdirbt man sich dann aber das Gefühl die halbe Million km voll gemacht zu haben. Ja richtig, so was geht noch mit manch älterem Auto.

  6. Oberklasse mindestens Mittelklasse

    Um entspanntes Reisen zu ermöglichen sind ein langer Radstand, gute Dämmung und natürliche gute Sitze erste Wahl. Das alles findet man zumeist bei Youngtimern der Oberklasse, diese verfügen gut motorisiert auch über die Fähigkeit schnell Lücken zu schließen. Wer hätte es gedacht, hier schließt sich der Kreis zu Punkt 1 , zu demonstrieren dass Elastizität mit Hubraum zusammen hängt und dieser bekanntlich durch nichts zu ersetzen ist.

Doch kommen wir nun zum Wichtigsten, welches Modell eignet sich eigentlich und warum?

Audi 100 (C4)

Audi 100

Ferdinand Piëch ist vielen sicherlich ein Begriff durch seine Zeit als knallharter Manager bei VW. Knallhart war er auch bereits davor bei Audi und führte seinerzeit den Audi 100 C3 ein. Ja richtig der welcher die Skisprungschanze hoch fahren konnte, 80er Jahre Marketing at its best. Der Nachfolger intern C4 getagt führte die Erfolgsgeschichte weiter. Voll verzinkt, mit Allradantrieb und natürlich mit dem tollen 5 Zylinder eroberte dieser schnell die Welt. Motorenseitig war nahezu alles im Angebot. Vom 1.8 Liter 4 Zylinder bis hin zum S6 mit 4.2 Liter im Benziner Bereich, als auch der nicht kaputt zu kriegende 1.9 Liter sowie der 2.5 Liter Diesel.

Empfehlen kann man fast jeden Motor. Nicht kaufen würde ich persönlich den 1.8, da mit 125 PS einfach zu wenig Pferde auf zu wenig Hubraum treffen und den 2.6, der mir persönlich immer zu schlapp und durstig vorkam. Besonderes Schmankerl ist sicherlich der 20V Turbo (natürlich ein 5 Zylinder), fürs Pendeln aber wahrscheinlich schon zu Schade.

Mercedes W210

W210 – Stilvoll sogar mit Radkappen

Vom Kenner auch „Glubschauge“ genannt, polarisierte dieser Mercedes direkt nach seiner Einführung durch seine Scheinwerfer. Heute völlig akzeptiert ist er eher durch sein Rostproblem bekannt. Mercedes hatte damals Probleme mit der Lackierung, man führt das heute auf Bakterien in der Lackierkammer zurück. Das Resultat war leider dass die meisten W210 Rosten wie … Hier gilt es ein Auto zu finden was entweder schon instand gesetzt wurde oder am Anfang ins Tauchbad kam. Man munkelt dass es sich ebenfalls lohnt einen 4matic, sprich Allrad zu kaufen. Diese Modelle wurden in „good old Austria“ Graz bei Steyr gefertigt.

Ich persönlich finde auch dass der W210 im Vergleich zu seinem W124 Vorgänger besser fährt und eine ganz Ecke luxuriöser ist. Bei Interesse einfach mal hier schauen oder die Kaufberatung von Youngtimerkauf nutzen. Kommen wir aber nun zu den Motoren. Ein 4 Zylinder ist für mich hier nicht standesgemäß, ein 5 oder 6 Zylinder sollte es schon sein. Wenn Benziner dann 280 oder 320, ideal für die Bahn. Als Diesel der 270 oder 320, wobei der erst genannte ein 5 Zylinder ist, klingt halt einfach anders. Wer Nostalgie liebt nimmt den 300 Diesel mit Vorkammereinspritzung. Wäre auch mein Tipp wenn man die Welt umrunden oder zum Mond fahren möchte.

Citroen C6

Der fliegende Teppich

Der neueste Vertreter in der Runde steht für die französische Art Kilometer abzureisen. Lang gestreckt mit Luftfederung rollt er, man muss fast schon sagen, schwebt er über den Asphalt. Extravagantes Design, Tacho in der Mitte und relativ wenig Platz im Kofferraum und man bekommt einen Eindruck warum er sich nicht wirklich gut verkauft hat. Des einen Leid sind des Youngtimer Freund. Die Preise sind exzellent und wer einmal von Hamburg nach München im C6 gefahren ist weiß warum er den Passat zukünftig in der Garage lässt.

Da die Franzosen auch im Diesel Bereich einiges vorzuweisen habe, würde ich einen Diesel empfehlen. Sicherlich ist der 3 Liter V6 Benziner ebenfalls ausreichend. Meiner Meinung nach „dieselt“ es sich aber im C6 auf der Autobahn besonders gut. Der in den letzten 3 Jahren der Produktionszeit bis 2012 gebaute 3 Liter HDI mit Biturbo ist mein Favorit. 240 PS und 450 Newtonmeter bei 1600 u/min sprechen eine deutliche Sprache. Die anderen Diesel sind auch gut aber eben nicht so besonders. Ich bin dann mal weg, muss noch schnell Wein in Bordeaux holen.

VW Phaeton

Der Sturz des Phaetons

VWs Angriff in der Oberklasse ging leider nach hinten los. Dabei wurde das Modell von bereits genannten Ferdinand Piëch protegiert und die Entwicklung wie nie zuvor voran getrieben. Wahrlich gehört es für mich von der Ingenieurleistung zu einem der besten Autos der damaligen Zeit. Eine zugluftfreie Klimaanlage, beste Torsionssteifigkeit der Karosserie, 18 Wege Massage Sitze, die Liste könnte man noch beliebig erweitern. Was Jahre zuvor bei Audi funktioniert hatte, funktionierte bei VW leider nicht. Kunden waren nicht bereit für ein VW Emblem auf der Motorhaube, S-Klasse Stern Preise zu zahlen. Das es Anfangs auch nur 12 Zylinder oder 6 Zylinder Benziner gab, war dem Erfolg nicht zuträglich.

Als Gebrauchter ist er Top, bei gut gewählter Ausstattung fühlt man sich mehr in einer Yacht als in einem Auto. Wer die Kontroverse liebt fährt trotz gelber Umweltplakette den 5 Liter V10 Diesel. 750 NM fahren sich wie ein Boot und mit über 2.5 Tonnen Lebendgewicht wird jede Kurve zum wohldosierten Wellengang. Der später eingeführte VAG 3 Liter Diesel ist dagegen zahm und genügsam, sozusagen die Vernunftswahl. Ob 8 oder 12 Zylinder Benziner ist eine Frage des Understatements. Nie kaufen würde ich mir tatsächlich den 6 Zylinder Benziner.

Audi A8 (D2/D3)

Der Sportler in der Oberklasse

Jetzt mal Hand aufs Herz, wer kennt nicht den Film Ronin. Ein Audi S8 der Baureihe D2 mit Robert de Niro und Jean Reno ist hier in wilde Verfolgungsjagden verwickelt. Analogien zum täglichen pendeln sind nur zufällig doch der permanente Allradantrieb hilft, falls die Linke Spur doch dicht sein sollte. Gerhard Schröder wurde in dem Auto gefahren und auch Frau Merkel sagt man eine Vorliebe für dieses Modell nach. Was der Phaeton an Pfunden zu viel hatte, wurde dem A8 konsequent in Leichtbauweise abtrainiert und als sogenannter Spaceframe vermarktet. Wohlgemerkt die erste Aluminiumkarosserie in Serienproduktion in der Oberklasse. Dieser Punkt macht Reparaturen aufwendig und damit teuer, man sollte hier penibel auf Unfallschäden achten. Auf was man weniger achten muss sind die Motoren. Hier ist für jeden etwas dabei, standesgemäß natürlich ein 8 Zylinder ob Benziner oder Diesel.

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